An der Medical School Hamburg (MSH), in Kooperation mit der Osteopathie Schule Deutschland (OSD), läuft derzeit eine randomisierte kontrollierte Studie (Stand: September 2025). Ziel dieser Studie ist es, den Einfluss von osteopathischen Behandlungen – im Vergleich zu Kontrollbehandlungen welche Berührung, ohne osteopathische Techniken, anwenden – auf komorbide depressive Symptome bei Patient:innen mit chronischen unteren Rückenschmerzen zu untersuchen.
Chronische untere Rückenschmerzen und depressive Symptome treten häufig gemeinsam auf und stehen im Zusammenhang mit Veränderungen der Interozeption (d.h., der Wahrnehmung von inneren Körperzuständen). Basierend auf der neurowissenschaftlichen Aktive-Inference-Theorie wurde die Hypothese entwickelt, dass osteopathische Behandlungen nicht nur die Rückenschmerzsymptomatik, sondern auch begleitende depressive Symptome lindern könnten, indem sie die interozeptiven Funktionen verbessern.
Die theoretischen Grundlagen hierzu wurde in folgendem Fachartikel dargestellt:https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.767005.
In der randomisiert kontrollierten Studie erhalten Patient:innen mit chronischen unteren Rückenschmerzen und komorbiden depressiven Symptomen entweder sechs osteopathische Behandlungen oder sechs Kontrollbehandlungen, während die klinischen Symptome (Schmerzintensität, Funktionseinschränkungen und depressive Symptome) sowie die interozeptive Funktion (interozeptive Genauigkeit, interozeptive Sensibilität und interozeptives Bewegusstsein) gemessen werden. Das detaillierte Studienprotokoll ist hier verfügbar: https://doi.org/10.1136/bmjopen-2024-094747.
Ansprechpartner:
Lucas Bohlen

