Im Februar diesen Jahres ist im Band 181 von Neuroscience and Biobehavioral Reviews eine für viele unserer Mitglieder sicherlich interessante Arbeit erschienen:
Jinich-Diamant, A., Albinni, B., Fishbein, J. N., Jacobson, E., Abraira, V. E., Hong, S., … & Case, L. (2025). MASSAG model: Towards an integrative neuroscience framework linking emotional trauma, pain, and mechanisms of force-based manipulations. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 181, 106517. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2025.106517
Diese umfangreiche Literaturübersicht geht davon aus, dass chronischer Schmerz, eine Trauma-Anamnese und affektive Störungen (etwa Depression) häufig zusammen auftreten. Dies spricht dafür, dass insbesondere manuelle Therapien bei solcher Indikation wirksam sein müssten, da sie gleichzeitig vielfach belegte emotionale und neurophysiologische Effekte besitzen. Die Arbeit bündelt die Evidenz, dass Trauma und Stress nervale, immunologische und myofasziale Funktionen und damit sensorische Prozesse und die Schmerzempfindung modulieren. Sie stellen damit ein theoretisches Modell vor (MASSAG), innerhalb dessen zukünftig empirische Daten zur Wirksamkeit von z.B. Massage oder myofaszialer Manipulation interpretiert werden können. Auch wenn man den theoretischen Überlegungen der Autoren nicht in jedem Detail folgen muss, so bietet die Arbeit eine Fülle von publizierten empirischen Erkenntnissen, die uns besser verstehen lassen, was im Rahmen einer körpertherapeutischen Behandlung auf mehreren Beschreibungsebenen geschieht.