Implementierung integrativer Pflege in der Onkologie

Eine aktuelle Studie aus der Fachzeitschrift Supportive Care in Cancer untersuchte die Einführung eines integrativen Pflegekonzepts auf einer onkologischen Station und wertete Routinedaten aus den Jahren 2021 bis 2023 aus. Im Mittelpunkt standen ergänzende pflegerische Maßnahmen, die Patientinnen und Patienten neben der konventionellen Tumortherapie unterstützen sollen – darunter ausdrücklich auch berührungsbasierte Anwendungen. Die Auswertung zeigt, dass solche Angebote im klinischen Alltag praktikabel implementiert werden können und von vielen Betroffenen genutzt wurden.

Zu den eingesetzten Interventionen gehörten Anwendungen wie rhythmische Einreibungen, achtsame Berührungen mit Aromatherapie-Ölen und weitere körpernahe pflegerische Maßnahmen zur Symptomlinderung und Entspannung. Diese Anwendungen wurden vor allem eingesetzt, um Beschwerden wie Unruhe, Angst, Schmerzen, Schlafprobleme oder allgemeines Unwohlsein zu reduzieren. Die Studie unterstreicht damit, dass Berührung im onkologischen Setting nicht nur als „Zuwendung“, sondern als strukturierte klinische Intervention verstanden werden kann.

Für die Praxis, aber auch für die DGfBM ist das ein wichtiges Signal: Gerade in hoch technisierten Versorgungsumgebungen kann professionell angeleitete Berührung helfen, Sicherheit, Körperwahrnehmung und Wohlbefinden zu stärken. Die Ergebnisse sprechen dafür, berührungsorientierte Pflegeangebote systematisch in supportive-care-Konzepte zu integrieren, Mitarbeitende entsprechend zu qualifizieren und deren Wirkung künftig noch gezielter wissenschaftlich zu evaluieren.

Link zur Veröffentlichung:

Raiber, L., Stock-Schröer, B., & Kramer, K. (2026). Implementing integrative nursing for oncology inpatients: A retrospective analysis of project-related routine data from 2021 to 2023. Supportive Care in Cancer, 34(5), 441. https://doi.org/10.1007/s00520-026-10666-2