19. März 2026

Lesetipps: Neue Buchveröffentlichungen zur Kraft der Berührung

Neu auf dem Markt der „Berührungsbücher“ sind zwei kleinere, aber sehr lebendig und ersichtlich kenntnisreich geschriebene Bücher erschienen: Ilona Croy: „Touch me – Die geheime Superkraft der Berührung“Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin an der Universität Jena stellt hier in einem sehr lebendigen, „jugendlichen“ Schreibstil anhand von Experimenten, aber auch Alltagsgeschichten dar, warum wir Berührung brauchen, um z. B. auch als Paar glücklich zu werden, Stress abzubauen, Einsamkeit erträglicher zu gestalten oder sportliche Erfolge zu feiern – und dies gerade in einer zunehmend digitalisierten Welt. Link zur Veröffentlichung: https://www.komplett-media.com/products/touch-me Michaela Maria Arnold: „Das Berührungsbuch. Wie Berührung Körper, Geist und Seele stärkt“In der Reihe der Fachratgeber des Klett-Cotta-Verlags ist ein neues, dem Thema „Berührung“ gewidmetes Buch aus der Feder der Ärztin und staatlich anerkannten Masseurin Dr. med. Arnold erschienen, die auch Vorstandsmitglied in unserer Gesellschaft ist. Das Buch präsentiert anhand von sieben Dimensionen der „Berührungsblume“ und mittels vieler Fallbeispiele eine gelungene Verbindung aus fundiertem medizinischem Wissen und praktischer Erfahrung in sozialer und heilsamer Berührung. Link zur Veröffentlichung: https://www.klett-cotta.de/produkt/michaela-maria-arnold-das-beruehrungsbuch-9783608860924-t-9378

Lesetipps: Neue Buchveröffentlichungen zur Kraft der Berührung Weiterlesen »

Systematische Übersichtsarbeit: Die Rolle affektiver Berührung bei psychischen Erkrankungen

Im vergangenen Jahr ist eine für alle „Berührungsmediziner“ oder körpertherapeutisch arbeitenden Psychologen wichtiges systematisches Review von Papi et al. (2025) erschienen. Es beschäftigt sich mit der Evidenz von Studien zu therapeutischen Effekten der Anwendung des „affective touch“ und damit einer Stimulation von CT-Afferenzen. Die italienischen Kollegen haben alle diesbezüglich publizierten kontrollierten Studien genau ausgewertet und vor allem auch in ihren Details tabellarisch referiert, die zur Wirksamkeit professioneller Berührung bei verschiedensten psychiatrischen Störungen (z.B. Essstörungen, Angst, Depression, somatoforme Störungen) in den letzten 10 Jahren publiziert wurden. (Erfreulicherweise und im Kontrast z.B. zu dem vielzitierten Review von Packheiser et al. werden auch die in diesem Zeitraum publizierten deutschen Studien im Detail dargestellt und bewertet.) Papi et al. kommen schlussendlich zum Ergebnis, dass manuelle Therapien, die auf dem Einsatz des „affective touch“ beruhen, die Symptomschwere von Patienten mit den genannten und weiteren Diagnosen wirksam reduzieren und die interozeptiven Prozesse (vgl. Eggart et al. 2019, McGlone et al. 2024) optimieren können. Die Darstellung psychologischer Befunde werden ergänzt durch die Ergebnisse parallel durchgeführter bildgebender Verfahren. Weitere und methodisch hochkarätige Studien, die nach akzeptierten methodischen Vorgaben durchgeführt werden sollten, sind nach Meinung der Autoren in Zukunft notwendig, um die therapeutische Bedeutung des „affective touch“ bei Patienten mit den verschiedensten psychiatrischen Diagnosen auf einem methodisch zeitgemäßen Niveau abzusichern. Link zur Veröffentlichung: Papi, M., Decandia, D., Laricchiuta, D., Cutuli, D., Buratta, L., Peciccia, M., & Mazzeschi, C. (2025). The role of affective touch in mental illness: a systematic review of CT fiber dysregulation in psychological disorders and the therapeutic potential of CT fiber stimulation. Frontiers in Psychiatry, 16, 1498006. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2025.1498006

Systematische Übersichtsarbeit: Die Rolle affektiver Berührung bei psychischen Erkrankungen Weiterlesen »