Das Leitbild der DGfBM

Wissenschaftliche und technische Fortschritte haben seit den 1950er Jahren zu einer kontinuierlich zunehmenden Technisierung und Spezialisierung in der praktischen und klinischen Medizin geführt.

Dabei ist das menschliche Grundbedürfnis nach Berührung – die Urform der menschlichen Kommunikation von der Wiege bis zur Bahre – weitgehend aus dem Fokus geraten. Neuere gesellschaftliche Strömungen führten nahezu zu einer Stigmatisierung dieses Bereiches.

Der lebendige Leib ist zugunsten des anatomisch definierten Körpers als Ziel unseres therapeutischen Handelns vielfach vergessen. Selbst in Berufen, die traditionell einen hohen Bezug zur Berührung aufweisen, wie z.B. die  Krankenpflege, führten Bürokratie und Rationalisierung zu einer Reduktion der berührungsintensiven Anwendungen.

Zeitgleich hat sich eine privatwirtschaftliche Gegenbewegung in der sogenannten Wellnessbranche entwickelt, die unterschiedlichste berührungstherapeutische Angebote macht. Häufig sind hierbei weder Qualität noch medizinischer Nutzen wissenschaftlich überprüft.

Diese Situation steht in erstaunlichem Kontrast zur Tatsache, dass zahlreiche seriöse Studien, wie auch belastbare Erfahrungen innerhalb der praktischen und klinischen Medizin unter Beweis stellen, welche bedeutsamen therapeutischen Wirkungen heilsame Berührungstechniken in den verschiedensten Gebieten von der Neonatologie bis zur Palliativmedizin zeigen können.

Jedoch wurden die Möglichkeiten solcher Behandlungen  in der real praktizierten Medizin bislang sehr wenig beachtet, allenfalls werden sie als Formen der Alternativmedizin kritisch angesehen. Einen Platz haben sie teilweise in der Körperpsychotherapie gefunden.

Es fehlt in unserem Land eine Plattform, wo sich die Vertreter verschiedener qualifizierter Berührungsformen zusammenfinden und miteinander in Gedankenaustausch kommen. Für Masseure/Masseurinnen und Physiotherapeuten/innen bestehen entsprechende Gesellschaften bzw.  Interessenverbände schon lange und nehmen auch berufspolitischen Einfluss.

Die Deutsche Gesellschaft für Berührungsmedizin (DGfBM) möchte ein allgemeines Bewusstsein dafür schaffen, dass therapeutisch eingesetzte Berührung einen wesentlichen Bestandteil im Bereich der präventiven, kurativen, rehabilitativen und palliativen Medizin darstellen kann.

Berührungsmedizin bezeichnet eine Disziplin, bei der das menschliche Grundbedürfnis nach Berührung innerhalb der medizinischen Behandlung und auf der Basis wissenschaftlicher Ergebnisse theoretisch und praktisch berücksichtigt wird. Berührungsmedizinisches Denken und Handeln reduziert sich nicht auf ein einzelnes Fachgebiet, sondern sieht sich als generelle Ergänzung für die Gesamtheit medizinischer Versorgung.

Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Berührungsmedizin.

Schließen Sie sich der Deutschen Gesellschaft für Berührungsmedizin e.V. an – einem interdisziplinären Netzwerk von Fachleuten aus Medizin, Pflege, Forschung und Therapie. Wir engagieren uns für eine wissenschaftlich fundierte und verantwortungsvolle Anwendung heilsamer Berührung in der medizinischen Praxis. Für mehr Menschlichkeit in der Medizin – präventiv, kurativ, rehabilitativ und palliativ.